Alutech ICB 2.0

Foto: Björn Koch

Das Alutech ICB 2.0 ist ein Mountainbike, dass sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt. Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Trailbike und All Mountain – und für mich die perfekte Mischung.

Mit der Entscheidung, mich von dem Enduro zu trennen, kam gleichzeitig die Frage auf: Was nun? Die Vorgaben waren um 130mm Federweg, 27,5 Zoll, Gewicht möglichst gering (was die Sache heute schon schwerer macht) sowie moderne Geometrie. Vom Enduro wollte ich die Federgabel (Rock Shox Pike), die Bremse (SRAM Guide RS), die Anbauteile (Vorbau, Lenker, Griffe, Sattel) und die Sattelstütze (Rock Shox Reverb) übernehmen. Als Laufräder waren bereits die Ritchey WCS gesetzt. Als Schaltung sollte ein Mix aus SRAM-Kurbel und 1x 11fach Shimano kommen. Fehlte eigentlich nur noch der Rahmen.

Ein Freund empfahl mir dann das Alutech ICB 2.0 als Rahmen. Wer Alutech Cycles nicht kennt: Da ist eine kleine aber feine Rahmen-Schmiede aus Norddeutschland, die sich auf Alu-Rahmen spezialisiert haben. Der ICB 2.0 überzeugte mich sofort. Das Konzept des Rahmens passte auf mich wie die Faust auf’s Auge, die Ausstattung, Detaillösungen und Verarbeitung sind auf einem sehr hohen Niveau.

19.11.2017, , – Foto: Björn Koch

Nach langen schlaflosen Nächten, einen schier unendlichen Verbrauch an spitzen Bleistiften und vielen Gesprächen stand mein Plan endlich fest. Basis für mein neues Bike wurde das 2017er Frame-Kit mit der 150mm Fox 34 Factory-Gabel und dem 130mm Rock Shox Monarch Plus RC3-Dämpfer. Wir spinnten unsere Idee dann weiter und entschieden uns für ein potentes Trailbike mit möglichst wenig Gewicht.

Als erstes räumte ich den Keller und brachte alles an den Mann, was ich von meinem Enduro nicht mehr gebrauchen konnte. Lediglich der Vorbau, Lenker, Griffe, Pedale, Sattel und die Rock Shox Reverb blieben übrig. Die Laufräder hatte ich ja bereits. Bei der Frage nach dem Schaltwerke war klar, dass wir hier auf Shimano XTR zurückgreifen werden. Als Kurbel kam eine gebrauchte SRAM X0 mit einem 30er Kettenblatt ans Rad. Bei der Bremse entschied ich mich ebenfalls für die Shimano XTR in der Trail-Version. Die Schwalbe Nobby Nic Addix-Reifen kamen natürlich schlauchlos auf die Laufräder.

Paket um Paket trudelte bei mir ein und Weihnachten wurde kurzerhand um zwei Monate vorverlegt. Den Aufbau überließ ich einen Fachmann. Am Ende stand ein fahrfertiges Bike mit gerade einmal 12,8 Kilo in meinem Keller.

Die erste Ausfahrt war die Überführung in meinen besagten Keller an einem der wenigen trockenen Tage im November. Schon auf den ersten Metern merkte ich, dass sich das Bike ordentlich beschleunigen ließ. Dank der kurzen Kettenstrebe war das Handling sehr direkt und das ICB 2.0 schön wendig. Doch bis zur ersten richtigen Ausfahrt musste ich – dank des bescheidenen langen Winters – bis zum April warten. Der XC-Rundkurs war endlich vernünftig befahrbar. Runde um Runde machte das Bike mehr Spaß. Das Alutech klettert aufgrund des niedrigen Gewichtes, den vergleichsweise schmalen Reifen und dem Eingelenker sehr fix. Bergab lassen dann die verspielte Geometrie das ICB 2.0 sehr genau fahren. Ich muss zwar – im Gegensatz zum Enduro – mehr aktiv fahren. Aber genau das wollte ich ja.

Sehr ungewohnt ist, dass der Hinterbau einen mächtigen Plopp hat. Bei den ersten Drops und größeren Wurzeln kam durch die hohe Dynamik des Hinterbaus das Hinterrad höher als gedacht. Mittlerweile kann ich aber gut damit umgehen und sehe es sogar als Vorteil an, da man auf dem Trail somit noch schneller reagieren und zum Sprung ansetzen kann.

Den einzigen Kritikpunkt an meinem ICB 2.0 war, dass der Dämpfer zu schnell durch den Federweg rauschte. An dieser Stelle muss ich aber den hervorragenden Support von Alutech loben. Der Chef selber beantwortet (fast) alle Anfragen selber und empfahl mir, den Dämpfer mit Spacer zu tunen.

Eigentlich ist das Bike ja fertig. Eigentlich! Aber auf meinem Wunschzettel steht jetzt schon ein andere Sattelstütze mit 150mm Arbeitsweg. Und wer weiß, was sich die Industrie so die nächsten Jahre noch ausdenken wird.

Die Ausstattung im Detail (Stand Mai 2018):

  • Rahmen: Alutech ICB 2.0 Framekit
  • Gabel: Fox 34 FIT4 FLOAT Kashima, 27,5″ Federgabel, 3-Pos. Adjust, 150mm Federweg, 15x100mm Steckachse, Stealth-Logo
  • Dämpfer: Rock Shox Monarch Plus RC3 Dämpfer Tune ML3, 200x57mm
  • Laufradsatz: Ritchey WCS Vantage Tubeless LRS 27,5″ 15/135×10 mm Centerlock
  • Bremse: Shimano XTR Trail Bremsenset BR-M9020
  • Bremsscheiben: Shimano XT Bremsscheibe SM-RT81M 180mm Center Lock
  • Kurbel: SRAM X0 Carbon 175mm
  • Kettenblatt: SRAM X-Sync™ Direct Mount GXP für XX1 / X01 / X1 / X0 / 30 Z
  • Innenlager: BSA 73mm, inkl. ISCG 05
  • Schalthebel: Shimano XTR 11-fach Rapidfire PLUS SL-M9000 I-Spec II rechts
  • Schaltwerk: Shimano XTR 11-fach Schaltwerk RD-M9000 GS Shadow-Plus
  • Kassette: Shimano XT 11-fach Kassette CS-M8000 11-46 Zähne
  • Kette: KMC X11EL 11-fach Kette
  • Lenker: Ritchey Trail Rizer Bar, 760mm, 20mm Rizer
  • Vorbau: Ritchey WCS Trail, 45mm, Winkel 0°
  • Steuersatz: Cane Creek Forty Steuersatz Tapered (40.ZS44 | ZS56/40) eingepresst
  • Griffe: Ergon GE1
  • Sattelstütze: Rock Shox Reverb Stealth 31,6mm, 380 / 125mm
  • Sattel: SQLab Typ 611
  • Reifen: Schwalbe Nobby Nic Evo Addix 27,5″ Faltreifen 2,25 SnakeSkin TLEasy SpeedGrip Streifen blau
  • Pedale: Xpedo Spry, rot
  • Mud-Guard: Riesel Design Schlamm:PE Carbon-Design

 

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