Seit über vier Jahren ist der EVOC CP18 – mein Modell heiß noch Photo Scout – ein treuer Begleiter in Beruf und Freizeit. Trotz unzähliger Foto-Termin in- und outdoor sowie Urlaube an der Nord- und Ostsee. Langsam wird’s mal Zeit für ein Fazit.

Größenvergleich: Deuter EXP 12 vs. EVOC Photo Scout

Wenn ich mit dem Bike unterwegs bin, dann fahre ich meistens mit Rucksack. Ich nutze den Deuter EXP 12, wo ich je nach Jahreszeit verschiedene Sachen dabei habe: Pannenspray, Werkzeug, Handy, Geldbörse, Regenweste, etc. Da hier der Fokus auf das Mountainbiken liegt, werde ich hier auch einmal einen Vergleich zu einem klassichen Bike-Rucksack ziehen.

EVOC bietet hervorragende Ergonomie.

Der CP 18 ist kein reinrassiger Bike-Rucksack, sondern kann für jede Art von Outdoor-Aktivitäten genutzt werden. Was mir besonders gut gefallen hat, ist der breite doppelte Bauchgurt. Als erstes kommt ein Gurt mit Klettverschluss, darüber dann erst die bekannte Rucksackschnalle. Genau wie beim Deuter sind am Bauchgurt kleine Taschen mit Reißverschluss, die zum Beispiel ein kleines Handy oder die Autoschlüssel locker aufnehmen.

Taschen am Bauchgurt.

Außer auf dem Bike nutze ich den Bauchgurt eigentlich nie. Obwohl dieser ständig am Rucksack herunter hängt, sind hier keine Verschleißerscheinungen zu erkennen. Die Tragegurte besitzen einen verstellbaren Brustgurt (mit Pfeife), eine Halterung für den Trinkschlauch und zusätzliche Metallösen. Diverse Schlaufen und Haltegurte sind für so Sachen wie Eispickel, Stöcke, etc. bestimmt. Da ich diese Dinge weder besitze, noch nutze kann ich da nicht viel zu sagen.

Ging auch anders.

OK, die nächste Frage: was passt alles rein? EVOC hat das Rad beim Aufbau des Rucksacks nicht neu erfunden. Das altbewährte System – unten Fotofach, oben Daypack – kommt auch hier zum Einsatz. Der Zugang zum Fotofach erfolgt über eine Öffnung am Rücken und bietet so einen Schutz vor Langfinger. Außerdem gibt es einen Schnellzugriff an der Seite. Wenn schon Foto, dann richtig. Packtest 2014: Da sollte mindestens meine D800 inklusive Batteriegriff mit dem 14-24mm in den Rucksack passen. Mein 24-70mm kam so gerade rein, allerdings ohne aufgesetzte Gegenlichtblende. Dann blieb noch Platz für ein zweites Objektiv oder einen Blitz. Der Nikon SB900 fand übrigens geklappt in dem Fach Platz.

Ich packe meinen Koffer – Anno 2014. Das musste damals alles rein.

Umgekehrt – also das 24-70mm an der Kamera und das 14-24mm im Fach – passte ebenfalls. Ob sich jetzt unten noch ein kleiner Blitz reinquetschen ließ,  konnte ich nicht testen. Hier blieb aber genügend Raum für zum Beispiel einen Kamera-Gurt, Akkus und anderer Kleinkram. Apropos Quetschen: Meine Nikon mit aufgesetztes AF-S 70-200mm f2.8 VR II ging zwar rein, ist aber schon sehr stramm drin. Da war dann so gut wie kaum Luft dazwischen.

In den vier Jahren änderte sich natürlich auch mehr Fotoausrüstung. Wenn ich zu Aufträgen und Terminen unterwegs bin, dann packe ich den Rucksack wie folgt:

Hauptfach:

  • Nikon D750 mit Batteriegriff und aufgesetztem AF-S 70-200mm f2.8 VR II oder aufgesetztem AF-S 24-70mm f2.8 VR
  • Ein Weitwinkel-Objektiv (z.B. AF-S 14-24mm f2.8 oder AF-S 20mm f1.8)
  • Eine kleine Festbrennweite (z.B. AF-S 35mm f1.8 oder mein Sigma 15mm Fisheye)
  • Ich habe es auch schon geschafft, eine D750 ohne den Batteriegriff mit einem aufgesetztem Sigma 15mm Fisheye in das obere Fach zu quetschen, wo sonst die Objektive rein gehören.

Oberes Fach

  • Nikon D750 mit Batteriegriff und aufgesetztem Objektiv, z.B. AF-S 24-70mm f2.8 VR mit umgedrehter Gegelichtblende oder ein Weitwinkel bzw. Festbrennweite.

Seitenfach:

  • Je nachdem, was gebraucht wird. Entweder persönliche Gegenstände (Geldbörse, Schreibzeugs, etc.), Blitz (SB 910) oder einen Sun-Sniper-Gurt.
  • Leider passte meine Deuter-Trinkblase nicht, so sollte bei Bedarf also auf eine Blase von EVOC zurück gegriffen werden.

Das obere Fach bietet Platz für alles möglich – auch für eine zweite Kamera.

Die Lösung mit zwei betriebsbereiten Kameras mag vielleicht unorthodox sein, funktioniert im Alltag aber hervorragend.

Kleine Fächer im Deckel des Hauptfachs.

Für Kleinteile wie Speicherkarten und / oder Akkus gibt es auf der Innenseite des Deckels zusätzliche Fächer. Der Deckel des Hauptfaches lässt sich übrigens hervorragend öffnen. Er klappt leicht und großzügig auf. Das kenne ich von Konkurrenzprodukten auch anders.

Auf dem oberen Fach befindet sich noch eine weitere Tasche. Diese ist von innen gepolstert und ursprünglich für Brillen gedacht. Keine schlechte Idee, denn ich nutze ja auch eine Bike-Brille mit Stärke. So habe ich eine festen Platz (natürlich mit Etui) und muss nicht lange suchen. In der Praxis verschwand dort aber mein Schlüssel – damit ich nicht lange suchen muss.

Der Schnellzugriff.

Nur wie schlägt sich der CP18 in der Praxis? Ich habe keinen Grund zur Klage. Wenn ich mit dem Bike unterwegs war, dann saß der Rucksack bequem und sicher auf dem Rücken. Bei der Ergonomie hat EVOC einen richtig guten Job gemacht.  Dank der Polsterung im Rückenteil sind Gewicht und Hitze kein Problem. Die Zwischenteiler im Fotofach sind sehr fest und steif. Da wackelt nichts und die Kamera sitzt fest im Rucksack. Der Schnellzugriff ist seine Bezeichnung wert: selbst mit dem dicken Weitwinkel ließ sich die Kamera schnell aus dem Fach nehmen. In der Größenordnung hapert es bei anderen Rucksäcken auch schon mal.

Die Regenhülle muss erst bei stärken Regenschauern raus.

Was gibt’s noch zum CP18 zu sagen? Für schlechtes Wetter ist ein Regenschutz dabei. Sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Der Fotorucksack besitzt einen ordentlichen Boden und eine Halterung für’s Stativ. Ich war auf der Cranger Kirmes 2017 einen ganzen Abend mit meinem sauschwerem Stativ unterwegs. Wirklich gestört hat das Stativ nicht und war – da ich zu Fuß unterwegs war – auch gut gesichert.

Ein stabiler und ordentlicher Boden.

Als ich mal mit dem Bike zu Nachtaufnahmen auf der Halde Hoheward unterwegs war, störte mein Stativ. Ich hab’s dann einfach an den Schlaufen unter dem Boden festgezurrt – Problem gelöst.

Fazit: EVOC ist die Kombination aus robusten Outdoor- und Fotorucksack gelungen. Platz für eine Profiausrüstung ist vorhanden und in der Bike-Praxis hält der Rucksack, was er verspricht. Ich persönlich hätte mir mehr Fächer und Taschen gewünscht. Zum Beispiel wäre an den Seiten des Hauptfachs oder an der Front noch Platz dafür gewesen.