Ich weiß nicht, wie’s euch so geht, aber meine Bikes haben alle Spitznamen. Für die Namensfindung ist eigentlich meine bessere Hälfte zuständig und in der Vergangenheit taufte sie meine Räder mit so kreativen Namen wie Black Beauty, Granate, Carrie, Conny, Gina, Dolly, Britney oder Lucy. Doch bei meinen aktuellen Projekten war der kleine Anverwandte für die Namen verantwortlich. Dabei standen die Bikes noch nicht einmal in meiner Garage.

25.09.2018, , . Bild: - Foto: Björn Koch Wie ich schon in meinem Jahresrückblick erwähnte, habe ich im Jahr 2019 meine Freude an Touren gefunden. Dummerweise hatte ich kein Tourenbike, sondern nutzte entweder das On One oder mein Enduro. Da die restliche Fraktion auf leichteren 29er-Bikes unterwegs war, hatte ich mit den allgemein bekannten Nachteilen zu kämpfen. Vor allem wenn’s bergauf ging. Wechselte die Richtung nach unten, brachte mir als eher defensiver Biker das Enduro auch nicht viel. „Dein Bike langweilt sich“, fasste Freund und Schraubergott mal zusammen. Ja, ich liebe ihn für seine erfrischende Ehrlichkeit.

25.09.2018, , . Bild: - Foto: Björn KochDen finalen Auslöser für eine grundlegende Änderung meines Fuhrparks waren zwei Faktoren: Erstens, noch während der 24h von Duisburg stand fest, dass das Team 2020 nicht wieder an den Start gehen wird. Zweitens, ich würde zukünftig in unmittelbarer Nähe der Halde Hoheward wohnen, was ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Zu dem Zeitpunkt bestand mein genannter Fuhrpark aus dem XC-Fully Rose Thrill Hill, dem Enduro Rose Uncle Jimbo und dem Trail-Hardtail On One 45650B – also von 100mm über 130mm bis 160mm Federweg. Mein Plan nun: Das Enduro und das XC-Fully weg, dafür dann ein tourentaugliches Trailbike und ein Trailbike für die schnelle Hausrunde. Letztere sollte das On One werden, in dem das Stahl-Hardtail die guten Parts vom XC-Fully (unter anderem Ritchey Laufräder, XTR-Ausstattung, etc.) bekommen sollte.

Milli – Rose Root Miller

23.12.2019, , . Bild: ++ - Foto: Björn KochDie Suche nach einem geeigneten Bike stellte sich schwieriger heraus, als gedacht. Die Vorgaben waren um 130mm-Federweg, 29er-Laufräder sowie aktuelle Standards wie Boost oder eine 12fach-Schaltung. Größte Herausforderung: Das angepeilte Gewichte sollte um 13,5 Kilo – maximal – liegen. Die Bikes waren entweder zu teuer, zu schwer, falscher Federweg, nicht die passende Ausstattung, oder, oder, oder. Mein Favorit war nach den Rose Testtagen im November 2018 das Root Miller, welches aber leider bei Rose aus dem Programm fiel. Glück für mich: Bei einem zufälligem Anruf bei Rose wurde mir von einem Mitarbeiter ein Root Miller angeboten. Das Bike kam gerade rein und war noch nicht für den Sale freigegeben. Das wichtigste für mich war, dass das Bike bereits über eine Rock Shox Pike – meine Lieblingsgabel – verfügte. Durch den guten Sale-Preis blieb noch genug Budget für den Tausch der Parts übrig.

bk_2019-12-23_12-28-40_033Nun wollte ich einmal von meinen üblichen Standards abweichen und nicht immer die selben Sachen von Shimano und DT Swiss nehmen. Als Schaltung entschied ich mich für eine SRAM GX Eagle mit Stylo Carbon Kurbel. Denn die GX Eagle wiegt nur etwas mehr wie die 11fach-Shimano XT (und somit weniger als die neue 12fach-XT) und bietet aus meiner Sicht das beste Preis-Leistungsverhältnis. Bei der Bremse  fiel die Wahl auf die Formula Cura, unter anderem aufgrund des verwendeten Öls und der Kombinationsmöglichkeit mit der SRAM-Schaltung. Bei den Laufrädern folgte ich einem Tipp zu Slowbuild Wheels. Dort orderte ich eine Kombination aus 30er Newmen-Felge mit 240s-DT Swiss Nabe. Für das Enduro hatte ich bereits eine neue Kind Shock LEV Integra Sattelstütze mit 150mm Verstellbereich gekauft. Leider stellten wir noch während der Aufbauphase fest, dass damit der Sattel zu hoch kam und ich auf einer 125er-Version ausweichen musste.

Bisher hat’s erst zu einer Testfahrt gereicht. Aber die war schon: Wow! Ich habe mich beim ersten Aufsitzen noch nie so wohl auf einem Bike gefühlt. Da passte auf Anhieb alles.

Die genaue Ausstattung sowie Bilder sind hier zu finden.

Molli – Octane One Prone

Es war der 1. Oktober 2019. Ich hatte gerade das Root Miller aus Bocholt abgeholt, da erschien eine WhatsApp-Nachricht meines Freund und Schraubergott auf meinem Handy. Der Inhalt: Ein Link zu einem Webshop, der ein Octane One Prone anbot. Jetzt muss man wissen, dass mein Freund und Schraubergott sehr scharf auf den On One-Rahmen war. Der Deal: Wenn er mir einen anderen Rahmen besorgt, dann kann er den Stahl-Rahmen haben. Und genau das hatte er jetzt auch vor. Wirklich böse war ich nicht, denn der Umbau des On Ones stellten mich vor ein paar unerwarteten Herausforderungen: Aufgrund von unterschiedlichen Standards passten weder Hinterrad, noch Sattelstütze. In dem Octane One hingegen, sollte alles direkt passen.

Die genau Ausstattung sowie Bilder sind hier zu finden.

Die ersten Ausfahrten mit dem Prone waren zur Arbeiten, meine Winterrunde und einmal über den XC-Rundkurs. Aber so wirklich will der Funke der Überzeugung bei mir nicht aufglimmen. Da kam bei anderen Bike mehr Euphorie auf.

Ach ja, da war ja noch was: Wie kam’s nun zu den Namen? Das ist schnell erklärt und wer Kinder im Kindergartenalter hat (oder dieses noch nicht allzu lange her ist), der wird bei Milli und Molli schnell auf das beliebte Kinderlied zu St. Martin gekommen sein. Denn genauso war’s auch. Pünktlich zu Beginn der Auf- und Umbauphase begann auch die Zeit des St. Martin. Natürlich trällerte der kleine Anverwandte munter und lautstark sein Lieblingslied mit den zwei netten Kühen. Und von Root Miller zu Milli und dann zu Milli und Molli war’s dann nur ein Gedankengang.