Die CTF Kreuz und Quer durch den Emscherbruch fand am Sonntag (21.10.2018) statt. Ich ging gemeinsam mit einem Freund auf die 61er-Route, welche uns über fünf Halden mit – gefühlt – zahllosen Up- und Downhill-Passagen führte. Fazit: Viele Trails, viel Spaß und zwischendurch etwas Verzweifelung.

Die Grundvoraussetzungen für die Teilnahme an der CTF hätten kaum besser sein können. Die Wetter-App sagte angenehme 17 Grad und Sonnenschein voraus. Der trockene Herbstbeginn sorgte zudem dafür, dass die Tour nicht in einer Schlammschlacht enden würde. Ich grübelte tagelang über die Frage, mit welchem Bike ich fahren sollte – man(n) hat ja sonst keine Probleme. Ein Blick auf die Streckendaten half bei der Entscheidung. Die beiden großen Routen sollten unter anderem über die Trails von Hoheward und Hoppenbruch gehen. Also war das Uncle Jimbo gesetzt, da ich echt Bock auf die Trails hatte.

Unsere erste Hürde war die späteste Startzeit um 10 Uhr. Durchaus eine Herausforderung, wenn der Mitfahrer samt Kind & Kegel erst noch aus dem nahen Niederrhein anreisen musste. Ohne viel ins Detail zu gehen: Punkt 10 Uhr verließen wir den Start- und Zielpunkt an der Grundschule im Emscherbruch.

Die erste von fünf Halden der 61er-Runde war die Halde Hoheward, und natürlich ging’s über den XC-Rundkurs. Als wir oben am Top ankamen, mussten wir uns erst einmal von den wärmenden Jacken befreien. Locker fluffig „flowten“ wir den Trail runter. Zu meiner Überraschung ging’s dann aber auf der nordöstlichen Seite der Hoheward – wieder in einem stetigen bergauf und bergab – weiter. Wir kamen dabei über Trails und an Ecken vorbei, die ich so noch gar nicht kannte. Faszinierend, welches Potential meine Lieblingshalde so bietet. Vielleicht lässte sich der RVR ja irgendwann mal darauf ein, den XC-Rundkurs auszubauen. Ich hätte nichts dagegen.

Da die Halde Hoppenbruch direkt neben Hoheward liegt, war die Überfahrt mit der Überquerung einer Straße erledigt. Der Aufstieg begann über den östlichen Trail und ging in den Enduro-Rundkurs über. Der Trail runter bis zur blauen Brücke war definitv einer meiner Highlights. Der ersten Kontrollpunkt befand sich im nahegelegenen Gut Steinhausen. Dort stärkten wir uns mit Müsliriegeln und füllten unsere Trinkflaschen auf.

Nach unserer Pause rollten wir locker weiter. Was nun folgte, lässt sich durchaus als „entspannter“ Teil der Runde betiteln. Wir fuhren durch das Resser Wäldchen und immer am Kanal entlang bis zur Halde Eickwinkel. Dort erwartete uns wieder das bekannte Spiel, gemäß dem Motto: „Auf und nieder – immer wieder“. Spaß beiseite. Ich hatte zeitweise das Gefühl, dass nun wirklich jeder fiese, und noch irgendwie fahrbare, Uphill in die Tour eingeplant war. Wir quälten uns zehn Minuten den Berg rauf, nur um dann nach einer zweiminütigen Abfahrt festzustellen, dass wieder an der gleichen Stelle ankamen – nur ging’s jetzt links herum statt geradeaus. Apropos gleiche Stelle. Wir mussten zweimal umkehren, da die Streckenführung nicht eindeutig war. Wie der RC Buer auf seiner Facebook-Seite mitteilte, wurden die Markierungen an manchen Stellen durch unfreundliche Zeitgenossen entfernt oder sogar umgesetzt.

Nach der Halde Eickwinkel führte uns die Route dann auf die Schurenbachhalde, wo wir an der Ramme kurz inne hielten, um den Ausblick zu genießen. Wir fuhren anschließend durch den Nordsternpark sowie durch kleine Straßenzüge bis zum nächsten Kontrollpunkt bei Bauer Becks. Die Fahrt durch die Straßen des Potts bot im sonnigen Herbst natürlich Ruhrgebietsromantik pur. Bei Bauer Becks merkte ich die Hungerast und stürzte mich förmlich auf die frischen Schnittchen mit Nutella. Welch ein Genuß dieses einfache Mahl doch sein kann.

Endspurt! Noch eine Halde und ab nach Hause. Uns war bei Bauer Becks schon klar, dass wir unsere anvisierte Zeit – rund 3 Stunden – nicht mehr erreichen werden. Der Weg zur nächsten Halde war zum Glück nicht sehr weit. Ich hatte bei unserer Ankunft am Fuß der Rungenberg ja noch die leise Hoffnung, dass wir „nur“ die „normalen“ Wege fahren werden. Aber auf Kies gefurzt! Pfeil und Flatterband machten uns unmissverständlich klar, dass – wieder einmal – die Trails unsere Wege nach obensein werden. Für meinen Mitstreiter zuviel des Guten, denn seine Oberschenkelmuskelatur machte zu. Und so schoben wir unsere Bikes halt die Anstiege hoch. Als wir auf dem Zwischenpletau ankamen, überlegten wir kurz eine andere Taktik um die Muskeln zu schonen. Die Route ging an dieser Stelle bergab weiter. Unsere Sorge war, irgendwo in der Nähe wieder rauf fahren zu müssen. „Ich seh‘ hier keinen anderen Biker. Lass uns der Markierung folgen und dann können wir mal schauen“, sagte ich zu meinem Mitfahrer in der Hoffnung, ihn zusätzlich motivieren zu können. Gesagt, getan. Man kann sich nun denken was kommt: Bergab, dreimal um die Ecke und wieder bergauf. Wir kamen – Achtung – nur zehn Metern neben der Stelle wieder an, an der wir vorher runter gefahren sind. Leider konnten wir vorher die, auf dem Boden befindlichen, Flatterbänder nicht sehen. Das war zu Beginn der Tour ja noch witzig. Jetzt, nach über 50 Kilometern und hunderten von Höhenmetern etwas nervig.

Endlich Currywurst!

Egal, wir zogen’s durch und nach der Halde Rungenberg ging’s auf angenehm direkten Weg zurück. Ein Schild mit der Aufschrift „Noch 5 Kilometer“ und die Hoffnung auf eine Currywurst als Belohnung machten nochmals Reserven frei. Wir erreichten das Ziel mit einer Zeit von knapp unter 4 Stunden – 1 Stunde mehr als geplant. Da hockten wir nun, erschöpft aber zufrieden, mit der Currywurst in der Sonne.

Fazit:

Die 61er-Tour der CTF Kreuz und Quer durch den Emscherbruch bot für Mountainbiker eine abwechslungsreiche Strecke mit hohem Trail-Anteil und lockeren Verbindungsetappen mit Ruhrgebietsromantik. Die technischen Ansprüche würde ich im mittleren Bereich sehen, da schon die eine oder andere Schlüsselstelle dabei war. Insgesamt aber gut fahrbar. Leider war die Streckenführung teilweise etwas unrund.