Rose Bikes aus Bochholt veranstaltete am Wochenende (10. – 11.11.2018) zwei Testtage am Fuße der Halde Hoheward. Ich nutzte die Gelegenheit und schnappte mir ein Pikes Peak AM und ein Root Miller für eine Probefahrt über den XC-Rundkurs.

Wenn schon mal der eigene bevorzugte Fahrradhersteller auf dem eigenen bevorzugten Hometrail zu Testtagen einlädt, ist man selbstverständlich dabei. Leider konnte ich bei vorhergehenden Veranstaltungen an der Hoheward nicht teilnehmen – denn irgendwas war ja immer: Arbeiten, Terminkollision oder die Zeit mit der Familie ging einfach vor.

Als Rose Bikes den Termin für die Testtage bekannt gab, wurde dieser direkt in den Terminkalender geblockt, und die Oma für die temporäre Bespaßung des kleinen Anverwandten engagiert. Am Samstagvormittag (10.11.2018) machte ich mich also auf den Weg zur Halde Hoheward. Da ich am Vortag die Gelgenheit hatte, nochmals drei Runden über den XC-Kurs zu drehen, wusste ich ungefähr was mich erwarten würde. Die Strecke war weitesgehend trocken, nur in der Waldautobahn hatte der Herbst (also das bißchen, was man Herbst nennen konnte) den Trail oberflächig angefeuchtet. Wer die Strecke kennt weiß, dass hier dann schon die eine oder andere glitischige Stelle unter – oder mit – dem nassen Laub wartet.

Rose MTB Testtage 2018 . – Foto: Björn Koch

Das Team von Rose baute auf dem Parkplatz des Ewald-Geländes direkt am Eingang zum XC-Rundkurs die Zelte auf. Auf den Bike-Ständern warteten diverse Räder auf die Tester. Aus der Flotte der Mountainbikes waren unter anderem Pike Peaks AM und EN, Root Miller, Psycho Path und Count Solo dabei – also an sich die gesamte aktuelle Modellreihe. Auf meinem Wunschzettel standen das Pike Peak als Enduro, ein Root Miller und ein E-Bike. Letztere hatte das Test-Team leider nicht im Gepäck.

Mein erstes Objekt der Begierde war das Pikes Peak. Da einige Bikes mit der geführten Tour unterwegs war, stand „nur“ die AM-Version zur Verfügung. Die war dann aber ordentlich: Fox Factory-Fahrwerk, große Eagle-Schaltung, Guide RSC-Bremse und DT Swiss XM1501-Laufräder. Nach der kurzen Bürokratie wurde das Bike auch schon auf mich eingestellt und Sattelhöhe und die Drücke angepasst. Und schon ging’s los auf den XC-Trail.

Eine Runde mit dem Rose Bikes Pikes Peak AM:

Das Rose Pikes Peak AM – Foto: Björn Koch

Das Fahrwerk des Pikes Peak ist mir am meisten in Erinnerung geblieben. Mir fallen zur Beschreibung zuerst die Begriffe sahnig  und geschmeidig  ein. Ich hatte eigentlich immer Grip und wurde zu keinem Zeitpunkt – auch bei den etwas schwierigeren Bedingungen – negativ überrascht. Die AM-Version hat schon richtig Spaß gemacht und ist für die Bedingungen auf Hoheward an sich optimal. Nur das Vorderrad kam mir sehr wackelig vor, was aber an der Kombination aus sehr breitem Lenker und sehr kurzem Vorbau liegen könnte. Das merkte man aber hauptsächlich im Uphill und beim lockeren fahren. Im Downhill war dann davon nichts mehr zu spüren. Apropos Uphill. Das Bike kletterte ordentlich und effizient. Die Eagle bot genügend Bandbreite. Hier muss ich zugeben, dass ich zum ersten Mal eine 12fach-Schaltung gefahren bin. Tja… um ehrlich zu sein: Eine Revolution des Antriebs habe ich jetzt nicht gespürt. Zumal ich eh nicht so der SRAM-Fan bin. Klar, die Schaltung geht richtig knackig und präzise, aber mir fehlte oftmals das Hochschalten von zwei Gängen, wie es Shimano bietet.

Vorbau und Lenker an meinem Test-Bike – Foto: Björn Koch

Ebenfalls von SRAM kam die Bremse. Die Guide RSC stand schon einmal beim Aufbau meines Juncle Jimbos auf dem Wunschzettel. Jedoch hatte ich mich dann doch für die neue XT mit vier Kolben entschieden. Zum Glück, muss ich sagen. Denn die RSC hat mich jetzt auch nicht so vom Hocker gerissen. Nicht damit man mich jetzt falsch versteht: Die Guide RSC ist schon eine sehr gute Bremse und Schwächen habe ich bei meiner Runde jetzt auch nicht feststellen können. Aber mir liegen einfach mehr die Ergonomie und Druckpunkt der Shimano-Stopper.

Würde ich mir ein Pikes Peak AM kaufen? Sofort! Allerdings mit Antrieb und Bremse von Shimano sowie einer anderen Vorbau-Lenker-Kombination.

Eine Runde mit dem Rose Bikes Root Miller 29er:

Nach der ersten Runde nahm ich das Angebot eines heißen Kaffees im Rose-Zelt dankend an – Tech-Talk mit den Mitarbeitern von Rose Bikes inklusive. Unser Thema war die Entwicklung der Bikes, vor allem was die Laufradgröße betrifft. 29er-Laufräder erleben gerade einen Boom und verdrängen die 27,5er-Bikes immer mehr aus den einzelnen Kategorien. Ich selber bin – nein, ich war – kein Fan von den großen Rädern. Es wäre ja nicht so, als hätte ich es nicht ausgiebig getest, denn ich besaß seit Einführung der großen Rädern fünf Hardtails und ein Fully mit 130mm. Aber so richtig glücklich wurde ich mit den 29er nie. Ich immer eher das Gefühl hatte, auf dem Rad zu sitzen und empfand das Handling als zu sperrig.

Aber ich bin ja lernfähig. Und – wie Eingangs schon erwähnt – wollte ich ja auch ein aktuelles Root Miller mal testen. Hier musste ich aber auf einen Rahmen in der Größe S ausweichen, was mein kleines Experiment noch interessanter macht. Zum einen ist ein kleinerer Rahmen ja im Handling besser und zum anderen sollte das Verhältniss zwischen einem kleinen Rahmen und den großen 29er-Rädern ja recht – mh – unglücklich ausfallen. Nicht umsonst bieten anderer Hersteller ihre Modelle ab Größe S mit 27,5er statt 29er an.

Rose Bikes Root Miller 29er – Foto: Björn Koch

Mein Modell verfügte über ein Rock Shox-Fahrwerk, ordentliche DT Swiss Laufräder, 2-fach Shimano XT und einer Magura-Bremse. Wie schon beim Pikes Peak kurz Sattelhöhe und Drücke eingestellt und ab dafür. Der kleine Rahmen ließ mich recht gedrungen auf dem Bike sitzen. Ich fuhr und fuhr – bergauf, bergab. Dabei mühte ich mich mit der 2fach-Schaltung ab, da ich ständig vergaß, den Umwerfer zu benutzen. Außerdem hatten die Magura-Stopper einen ganz komischen Druckpunkt und quitschten bei dem stärker werdenden Regen um die Wette. Ach ja, da war ja noch was: Ich fuhr auf einem 29er! Hammer! Kein Vergleich mehr zu meinen Hardtails oder dem 2015er-Slide 29. Klar, ich merkte schon, dass die Laufräder größer sind. Aber ich fühlte mich auf dem Root Miller sofort pudelwohl. Ich hätte gerne das Bike mal richtig über den Trail gejagt, aber der Regen machte den Rundkurs gerade im Bereich der Waldautobahn nun richtig rutschig. Da wollte ich kein Risiko eingehen.

Nun wollte ich gerne noch mal das Pikes Peak EN testen. Aber einer dieser leckeren Waffel und der warme Kaffee überzeugten mich, den Regen Regen sein zu lassen.

Mein Fazit:

Zusammengefasst kann ich sagen, dass mich das Pikes Peak nicht entäuschte. Top Bike und wäre in meiner Wunschkonfiguration wahrscheinlich ein Knaller. Aber die wirkliche Überraschung bzw. Überzeugung lieferte das Root Miller, welches mit meinen Vorurteilen gegenüber 29er-Laufrädern ordentlich auf- oder eher wegräumte. Das Rose Team vor Ort lieferte zudem eine perfekte Betreuung ab.

Und was wird’s nun für mich? Eigentlich stand ein Pikes Peak mal ganz oben auf meiner Liste. Jedoch habe ich mir gerade das Uncle Jimbo aufgebaut und das Pikes Peak wäre zu nah dran.

Das Root Miller überzeugte mich da mehr und würde auch besser in meinen Fuhrpark passen, da mir ein Bike für die Touren fehlt. Außerdem finde ich die Option mit 27,5-Plus sehr attraktiv. Denn dann bräuchte ich für den Winter nur einen zweiten Satz Laufräder und könnte mit den fetten Walzen weiterhin Spaß haben. Noch einen Vorteil, den die größeren Laufräder bieten.