Auf einem Bein kann man nicht stehen. Den Spruch kann man getrost wohl auch auf Mountainbikes anwenden. Neben einem Fully stand in der Regel ein Hardtail für die eher schnellen Hausrunden und für den Winter, wenn’s mich eher auf die etwas gestern Wege zieht.

Nachdem ich von meinem Alutech ICB 2.0 so begeistert war, wollte ich mir eigentlich ein Rad auf Basis des neuen Cheap Tricks aufbauen. Alleine schon, weil mir der Rahmen die freie Wahl zwischen 29er-Laufräder oder solche mit einer 27,5-Plus-Bereifung ließ. Doch bevor ich mich wieder an einen (kostspieligen) Aufbau wagte, wollte ich vorher bei Rose im Outlet schauen, ob sich da nicht ein Schnäppchen machen ließ. Ich brauchte eh ’ne neue Bib-Short.

So reihte ich mich an einem sonnigen Montagmorgen in die Schlange vor dem Outlet. Eine genaue Vorstellung hatte ich nicht, was die Sache recht entspannt machte. Und wie das nun mal so ist: Wer nicht sucht, der findet meist.

Rose Thrill Hill 2014 CustomIch fand. In einer Ecke stand (m)ein Rose Thrill Hill im 2014/2015er-Design. Erster Blick: Fox Factory-Fahrwerk, DT Swiss M1700er-Laufräder, Formula RX-Bremsen, 2x 10fach Shimano XT und Anbauteile von Easton. Die Grundlagen passten also. Der Preis war: Hui! Mehr als gut. Bevor’s zur Kasse ging noch schnell ein Satz Flat-Pedale von Rose ergattert.

Rose Thrill Hill 2014 CustomEines war klar: Das Bike wird nicht lange so bleiben. Auf dem Rückweg schmiedete ich schon meine Pläne. Der Umbau sollte sich am Alutech orientieren und das Rose sollte eine 1x 11fach Shimano XT-Schaltung, XT-Bremse, eine hydraulische Sattelstütze und Anbauteile von Ritchey mit kürzerem Vorbau und breiterem Lenker bekommen. Also weg von dem, was ich mit meinem Mr. Big sonst so gemacht habe.

Rose Thrill Hill 2014 CustomSo kam’s dann auch: Ein Freund hatte noch die passende XT-Gruppe liegen. Da der Rahmen keine Öffnung für eine interne Ansteuerung der Sattelstütze hatte, kam eine Kind Shock LEV ans Rad. Der Zug läuft im Rahmen bis zu der Öffnung für den Schaltzug des Umwerfers und von dort aus nach oben. Als Vorbau wählte ich einen Ritchey WCS Trail mit 70mm Länge und als Lenker kam ein Ritchey Trail in 740mm an das Rose. Wir haben das Gewicht – noch – nicht gemessen, sollte aber unter 12 Kilo liegen.

Die erste Ausfahrt ging – logischerweise – auf die Halde Hoheward. Das Thrill Hill geht ordentlich voran und klettert hervorragend. Dank der Kombi aus eher kürzerem Vorbau und breiterem Lenker bietet das Bike auch ein direkteres Handling. Vorher fühlte sich das an, als wäre ich mit einem 40-Tonner unterwegs. Ein kleiner Nachteil ist der Dämpfer bzw. der zu softe Hinterbau. Selbst in der CLIMB-Einstellung wippt das Thrill Hill im Wiegeschritt ordentlich mit. Da merke ich kaum einen Unterschied, ob ich offen oder geschlossen fahre. Pedaliere ich jedoch nur sitzend den Berg hinauf, dann sehe ich und spüre ich, dass sich der Hinterbau etwas beruhigt.

Wie immer ist das Bike niemals ganz fertig. Den vorhanden Rose-Sattel werde ich noch tauschen, da mir nach einiger Zeit der Allerwerteste weh tut. Die Conti Race King rollen zwar recht gut, sind aber in der sehr einfachen OEM-Version verbaut. Vor dem Rennen in Duisburg werde ich auf ordentliche Reifen und Tubeless umrüsten.