Noch rund sechs Wochen bis zu den 24h von Duisburg (4./5.8.2018). Das Rennen rund um die Uhr ist eines meiner jährlichen Highlights. Zwei Tage lang wird der Kopf komplett entschleunigt, und das dazu noch mit einem super Team – was will man mehr. Aber so ein Rennen bedeutet auch eine ganz spezielle Vorbereitung. Nämlich gar keine.

Ne! Watt hab ich mir die Jahre immer einen Kopp gemacht! Jetzt rückt meine vierte Teilnahme bei dem 24h-Rennen immer näher, und mir sind Trainingsbilanzen, Vorbereitungspläne und der ganze Quatsch total egal. OK, so ganz richtig ist das jetzt auch nicht. Aber ich mache mir keinen Stress wie die Jahre zuvor.

Mein erstes Rennen war 2014 bei einem Firmenteam und ich fing damals erst so richtig mit dem Hobby Mountainbike an. Die Vorbereitungen sahen damals so aus, dass ich mir erst einmal ein ordentliches Bike (Radon ZR Race 8.0) kaufte und alles, was man sonst noch so brauchte. Natürlich versuchte ich, so oft wie möglich auf dem Rad zu sitzen. Da ich aber überhaupt nicht wußte, was auf mich zukam, blieb’s beim lockeren radeln über die Halde.

Für das Jahr 2015 war ich dann schon schlauer. Ich plante eine Hausrunde, von der ich glaubte, dass sie der Strecke in Duisburg halbwegs nah kam. So drehte ich Runde um Runde – immer die Stoppuhr im Auge. Alles unter einer Stunde für die rund 23 Kilometer lange und mit 220 Höhenmeter gesegnete Runde stellte mich zufrieden. Dummerweise erwischte mich kurz vor dem Rennen eine dicke Erkältung und die Absage drohte. Zwei Tage vorher ging’s dann wieder besser und natürlich fuhr ich mit. Aber alle meine Pläne und Vorbereitungen waren dahin. Kleiner Trost: Meine langsamste Runde entsprach meiner schnellsten Rundenzeit im Vorjahr.

Im Jahr 2016 musste ich aussetzen, aber 2017 ging’s dann im neuen Team weiter. Und dieses Mal wollte ich’s aber wissen. Schon 2016 hatte ich mir mit dem Rose Mir. Big ein passendes Bike zugelegt. Wieder plante ich ein Training zur Vorbereitung mit einer neuen Runde, die aber noch länger und höher wurde. Oftmals saß ich immer erst Abends auf dem Rad, dann waren die Temperaturen angenehmer und ich konnte auch in der Dunkelheit trainieren. Wie sangen schon die Ärzte: „Hip hip hurra! Alles ist besser, als es damals war!“ Und dann hatte ich ein Deja Vu: Wie schon 2015 wurde ich vor dem Rennen krank und die Erkältung hielt sich hartnäckig auch bis zum Renntag. Fuck! Das neue Team wollte ich jetzt auch nicht im Stich lassen. Der anhaltende Regen machte es dann auch nicht besser. Lange Rede, kurzer Sinn: Schon in der ersten Runde machte mir mein Körper klar, dass das eine saublöde Idee war. Zudem raffte ein Stein meinen Antrieb dahin. Das Rennen fuhr ich dann etwas zurückhaltend auf meinem Enduro zu Ende.

Gegenwart – 2018. Das leichte 29er ist Geschichte, der Leichtbauwahn vorbei. Mein Rose Thrill Hill ist auch für Duisburg gedacht – und nicht nur dafür. Statt „leicht & schnell“ galt beim Umbau „praktisch & hauptsache spaßig“. Und so gehe ich auch mein Training an. Ich fahr einfach. Viel Zeit zum biken bleibt neben Familie und Job eh nicht. Da kann ich diese kostbare Zeit auch wenigstens auf dem Trail verbringen, statt nach der Stoppuhr die Berge hochzujagen. Wer ständig auf dem Rundkurs der Hoheward unterwegs ist, der verliert vor dem Monte Schlacko jeglichen Respekt. Natürlich gibt’s auch wieder eine Trainingsrunde. Das ist eine leicht modifizierte Runde über den XC-Kurs, bei dem ich lediglich die Downhill-Passagen auslasse. Aber auch nur, weil das Thrill Hill bergab nicht so viel Spaß macht, wie das ICB.

Dafür gibt’s seit diesem Jahr eine Alternative zu dem Spaß auf den Trails. Ich setze einfach den kleinen Antreiber in den Kindersitz und drehe mit ihm eine Runde. Mit einem „einfachen“ Mountainbike und 15 Kilo zusätzlich an Bord auf der Erzbahntrasse „fangen“ spielen (der kleine Antreiber ruft gerne so Sachen wie „schneller Papa“ oder „fang den Fahrradfahrer“), dann geht das ordentlich in die Beine. So mancher E-Biker oder Rennradafahrer hat schon recht sparsam geguckt, wenn man beim Überholen von einem knapp Dreijährigen angegrinst wird. Das hält man zwar auch keine zig Kilometer am Stück durch, ist aber ein gutes Training.

Ein Trainingsziel habe ich dennoch: Bis zum Rennen möchte ich 10.000 Höhenmeter sammeln (gemessen an der Runtastic App MountainBike). Mit Stand heute fehlen noch rund 900 Höhenmeter bis zum Ziel.

Nur eine Sache ist gleich geblieben. Jedes Jahr geht mein Bike vor dem Rennen in die Inspektion nach Korte. Traditionen muss man pflegen.

Fotos: Vielen Dank an die für mich namenlosen Fotografen von Sportograf. Ich habe echt großen Respekt für eure Leistung!