Wie alles begann

Wie kommt man mit Mitte 30 zu dem Hobby Mountainbiken? Und dann noch mitten im Pott? Ich fang‘ mal vorne an – irgendwo Anfang der 90er-Jahre. Damals tauchten die Mountainbikes hier auf und waren total in. Als Jugendlicher fand ich die robusten Bikes natürlich cool und holte mir mit 14 ein gebrauchtes GT. Es folgten verschiedene Modelle, meist von den Fachhändlern aus Bochum. Obwohl ich ständig auf dem Rad unterwegs war – mir blieb auch ohne Führerschein nichts anderes übrig –  wurden die Bikes alles andere als artgerecht bewegt. Irgendwann verlor ich dann auch die Lust auf’s regelmäßige Radfahren und holte die Bikes immer seltener raus.

Bergamont-Fully

Ein Umzug brachte mich näher an die Stadtgrenzen von Herten, Recklinghausen und Gelsenkirchen heran. Ich schnappte mir dann mal aus Langeweile mein damaliges Bike – ein Bergamont-Fully, dass ich mal für kleines Geld von einem Freund kaufte – und erkundete die Gegend. Irgendwie kam ich dabei auf die Halde Hoheward und dachte mir: „Hey, das ist ja voll cool hier.“ Ich hatte meine Heimatrevier entdeckt.

Das Revox 8.3 war mein erstes 29er.

Das Fully reichte mir irgendwann nicht mehr und durch meine neue Motivierung zum Radfahren (vom Mountainbiken war ich noch lange entfernt), kam der Wunsch nach einem neuen Rad. Meine Suche brachte mich im Herbst 2012 zu Fahrrad Korte nach Herne und dort kaufte ich mir voller Stolz ein 2013er Bergamont Revox 8.3. Die 29er eroberten gerade den Markt und ich war von dem „Komfort“ der großen Räder schnell überzeugt. Die Ausstattung war mit Rock Shox-Federgabel, hydraulische Shimano-Stopper und Deore XT-Ausstattung schon was besonderes für mich.

Nun hatte ich also ein modernes Mountainbike. Fuhr aber immer noch nicht Mountainbike, da ich mich immer noch – gemeinsam mit allen anderen Radfahrern – auf den Hauptwegen bewegte.

Dann – irgendwann im Jahr 2013, ich pendelte noch mit dem Zug zur Arbeit – kaufte ich mir am Bahnhof eine BIKE. Der Anfang war gemacht. Nach der ausführlichen Lektüre stellte ich fest: Ich verstand höchstens die Hälfte. Macht nix, als guter Journalist war ich Recherchieren gewohnt und eignete mir die ersten theoretischen Grundlagen an. Cross Country war für mich damals noch etwas, was man mit Milch essen könnte. Und Enduros kannte ich nur als Motorräder.

Meinen Recherchen ließen mich zu dem Entschluss fassen: Ich bin ein XC-Biker. Und ich brauche auch ein XC-Bike. So ein richtiges, waschechtes. Mit diesen Ansprüchen stand ich – wieder einmal – vor Frank Korte und fragte ihn, ob er was für mich hätte.

Hatte er. Im Laden stand noch ein Lapierre Pro Race 300. Es war Liebe auf den ersten Testmeter. Das Bike war ausgestattet mit einer luftgefederten Gabel von Fox, Formula RX-Bremse, Mavic-Laufräder und SLX / XT-Ausstattung. Im Gegensatz zu dem Allrounder Revox ging das Lapierre ab wie Schmitz seine Katze – auch dank der kleineren 26″-Räder. Damit traute ich mich auch mal Abseits der Hauptwege auf die vielen kleinen Trails von Hoheward. Das hatte schon etwas mehr mit Mountainbiken zu tun.

Mich erreichte etwa zur gleichen Zeit der Aufruf, dass meine damalige Firma noch Fahrer für ein Firmenteam bei den 24h von Duisburg suchte. Und damit fing der Spaß erst richtig an.