Vor kurzem präsentierte SRAM eine neue Version Ihrer Eagle-Schaltungen. Das besondere daran: Die Bandbreite steigt von 10-50 auf 10-52 Zähne. Für die Zahlenfreaks: Also von 500% auf 520% – und damit 10% mehr als die neue 12-fach Gruppe von Shimano. Nur lohnt sich ein Upgrade? Äh… Nein!

Es war wieder so ein Moment, in dem mein „Haben-Wollen-Hormon“ meine gedankliche Körper-Chemie durcheinander brachte. Die neue Generation von Eagle-Schaltungen – in meinem Fall konkret die GX – brachte ein noch größerer Blatt mit unglaublichen 52 Zähnen. Just zu diesem Zeitpunkt plante ich gerade das winterliche Update meines Trailbikes. Jetzt könne – so mein Plan – mein Tourenbike die neue GX bekommen und mein Trailbike bekommt die alte Schaltung. So hätte ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Einen leichteren kleineren Gang für das Rose Root Miller und 12fach für das Radon Skeen 120.

Bei nächster Gelegenheit warnte ich meinen Freund und Schraubergott über meine Idee und die bevorstehenden winterlichen Arbeiten vor. Dieser grinste mich nur schief an und meinte nur, ich habe zuviel Geld. Was nämlich – irgendwie – bisher an mir vorbei ging: Den Spaß lässt sich SRAM nämlich teuer bezahlen. Während die anderen Komponenten preislich auf dem Niveau der alten GX liegen, kostet die Kassette satte 220,- Euro. Bääm! Das ist ’ne Hausnummer. Aber dann geht’s weiter: Die neue Gruppe(n) sind zwar untereinander, aber nicht in der Generation abwärts kompatibel. Somit müsste ich einmal alles neu haben: Kassette, Schaltwerk und Schalthebel.

Bleiben wir mal bei der Kassette: Wirklich neu – so berichtet die aktuelle BIKE 08/2020 – ist in der Abstufung nur das große Ritzel mit 52 Zähnen. Der Rest bleibt gleich. Das führt auf dazu, dass der Sprung vom auf den leichtesten Gang sogar unharmonischer wird wie vorher.

Mein Freund und Schraubergott hatte natürlich – wie immer – ein einfache Lösung zur Hand: „Kauf Dir einfach ein 30er Kettenblatt.“ Da ich auf Touren eher weniger mal in den kleinsten Gang schalte, freue ich mich also lieber über den Gewinn – oder eher Verlust – beim Klettern. Und über das gesparte Geld.

Beim Upgrade auf 12fach für das Trailbike habe ich mich übrigens für einen Umbau auf die aktuelle XT-Schaltung entschieden. Aber bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein-Herne-Kanal herunter.

Die neue Eagle mag bestimmt eine tolle Gruppe sein. Aber für mich zählt die finanzielle Nachhaltigkeit der Verschleißkomponenten auch eine Rolle. Fairerweise muss ich auch sagen, dass sich der reelle Verkaufspreis noch einpendeln kann. Aber ich hätte mir, wenn man schon nicht kombinieren kann, gerne eine etwas faire Preispolitik gewünscht.